Tauchroboter an der Meeresoberfläche

ARGGOnauten auf Tauchstation

Als wir für unsere Opening Party nach einem Experten oder einer Expertin für Meeresforschung gesucht haben, hätten wir nicht erwartet, hier vor Ort fündig zu werden. Tatsächlich arbeiten Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe – zusammen mit Institutskollegen in Ilmenau – schon seit über 10 Jahren an Unterwasserrobotern und Sonarsystemen. Dr. Gunnar Brink vom IOSB wird uns am 19.12.2016 einen kurzen Einblick in seine Arbeit geben.

Brink ist im Team der „ARGGOnauten“, das nach neuen Lösungen für die Kartographierung des Meeresbodens sucht. 62 Prozent unseres Planeten bestehen aus Tiefsee, liegen also mehr als 1000 Meter unter der Oberfläche. Der gesamte Meeresboden der Erde wurde bis heute mit einer Auflösung von etwa fünf Kilometern kartographiert, was bedeutet, dass wir fast alle Strukturen in der Tiefe kennen, die größer als fünf Kilometer sind.  Zum Vergleich: Die Magellan-Raumsonde der NASA hat 98 Prozent der Oberfläche der Venus mit einer Auflösung von etwa 100 Metern vermessen und fotografiert. Die gesamte Marsoberfläche ist ebenso genau erfasst, über 60 Prozent des Roten Planeten sind sogar mit einer Auflösung von 20 Metern vermessen und fotografiert.

XPRICE Wettbewerb
(Bild: XPRICE)

Der Tiefseeroboter DEDAVE des Fraunhofer IOSB kann mit fast allen Arten von Unterwassersonaren ausgestattet werden. Trotzdem ist er relativ klein und flexibel, er kann sowohl auf größeren als auch kleineren Forschungsschiffen genutzt werden. DEDAVE arbeitet bis zu 20 Stunden pro Mission in einer Tiefe von maximal 6000 Meter.

Das Ziel der ARGGOnauten ist, die Tiefseeerkundung in Zukunft deutlich einfacher, schneller und günstiger zu machen. Als einziges deutsches Team nehmen sie am internationalen Wettbewerb Shell Ocean Discovery XPRIZE teil. Bei dem Wettbewerb muss eine Fläche der Größe des gesamten Bodensees in nur 16 Stunden völlig ohne Einwirkung von Menschen vermessen und fotografiert werden. Zudem muss die Exploration in einer Wassertiefe von bis zu 4000 Metern Tiefe stattfinden. Der Shell Ocean Discovery XPRIZE ist mit sieben Millionen US-Dollar dotiert.

XPRICE Slogan
(Bild: XPRICE)

About the author: Lisa Leander