Programm für Station 1 in Karlsruhe

Achtung Änderung: Aufgrund der Umstellung auf Sommerzeit starten Videos und Vorträge nun um 19 Uhr. Wir haben die Projektionen auch bei hellerem Licht getestet, doch sie werden erst mit einsetzender Dämmerung gut sichtbar.

Nach dem Preview vergangenen Dezember ist nun die erste Station des „Schaufenster Ozean“ und Beginn unserer Tour wieder Karlsruhe. Von 18. März bis 8. April 2017 ist mitten auf der Kaiserstraße (Kaiserstr. 129, neben der Kleinen Kirche) ein Blick in die Tiefen des Ozeans möglich. Die Videoinstallation mit beeindruckenden Unterwasseraufnahmen, interessanten Ozeanfakten, bunten Fischen und Dokumentationsclips ist in dem Zeitraum täglich von 18:00 bis 22:00 Uhr zu sehen.

Darüber hinaus gibt es jeden Freitag und Samstag Abend ein Programm mit kurzen Vorträgen vor dem Schaufenster und einem Dokumentarfilm:

Sa. 18.3. / 18:00 Uhr / Vortrag: „Zukunftsvisionen für den Ozean aus dem Jahr 1900“

Philipp Schrögel / Institut für Germanistik, KIT

Foto einer Papierkarte von Jean-Marc Côté
Foto: Foto einer Papierkarte von Jean-Marc Côté, 1899 (Public Domain)

Zur Jahrhundertwende um 1900 zeichneten Künstlerinnen und Künstler in Frankreich im Auftrag von Werbekunden Visionen der Welt im fernen Jahr 2000. Die Papierkarten waren Beilagen in Zigarrenkisten oder auch Aufdrucke auf Schokoladentafeln. Da das Jahr 2000 nun schon eine Weile her ist, bieten diese damaligen Zukunftsvisionen erheiternde Einblicke in manchmal nicht ganz ernst gemeintes Zukunftsdenken und lassen die Betrachtenden mehr als einmal schmunzelnd zurück. Aber manchmal sind auch recht zutreffende Vorwegnahmen technologischer Entwicklungen dabei gewesen. Eine prominente Rolle spielten damals Überlegungen für das Leben mit, auf und unter dem Meer. Tauchen Sie mit dem Vortrag in eine unterhaltsame Reise zurück in die Zukunft ein!

 

Fr. 24.3. UND Sa. 25.3. / 18:00 Uhr / Vortrag: „Tauchen – Abenteuer und Entdecken“

Sabrina Hug, M. Sc. (Biologie), Hannelore Brandt, Tauchlehrerin II / Tauchclub Oktopus Karlsruhe e.V.

Foto: Hannelore Brandt

Wer das Tauchen erlernt, kann eine völlig neue Welt entdecken. Ob Korallenriffe oder die Kelpwälder im Atlantik – es gibt überall spannende Lebensräume, wunderschöne Unterwasser-Landschaften und exotische Tiere zu bestaunen. Wir müssen aber auch erkennen, dass diese Welt bedroht ist. Wie kann jeder einzelne von uns zum Schutz beitragen?

 

 

 

Fr. 31.3. / 18:00 Uhr / Vortrag: „Warum leuchten so viele Lebewesen im Meer?“

Prof. Dr. Tilman Lamparter, Institut für Botanik, KIT

Foto: U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (Public Domain)

Es gibt zahlreiche Beispiele für leuchtende Lebewesen im Meer: Bakterien, größere Einzeller, Fische, Tintenfische oder Quallen. Dieses Leuchten wird durch eine effiziente chemische Reaktion ausgelöst. Daran beteiligt sind sogenannte Luziferasen oder Photoproteine. Warum leuchten so viele Organismen im Meer, während es an Land nur wenige Beispiele dafür gibt? Ab einer Tiefe von etwa 200 m ist es dunkel. Bei Dämmerlicht oder völliger Dunkelheit kann das Leuchten mehr bewirken als im hellen Sonnenlicht. Im Meer dient das Licht zur Abschreckung, zum Beutefang oder wird als „Gegenbeleuchtung“ eingesetzt, um von unten nicht so schnell entdeckt zu werden.

 

 

 

Sa. 1.4. / 18:00 Uhr / Vortrag:  „Untersee-Erkundung mit intelligenten Schwärmen“

Sergej Neumann / Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik, KIT

Foto: Nils Pickert

Ziel des Projektes SMIS (Subsea Monitoring via Intelligent Swarms) ist die Erarbeitung eines innovativen Systems zum effizienten Monitoring großflächiger Unterwassergebiete unter Nutzung von Team-/Schwarmtechnologie. In SMIS arbeiten Ingenieure und Wissenschaftler gemeinsam an einem neuartigen Konzept zur autonomen Überwachung und Erkundung der maritimen Umwelt basierend auf druckneutraler Technologie. Das SMIS – System soll zunächst zwei Unterwasserfahrzeuge (AUVs), eine Unterwasser – Bodenstation und ein Oberflächenfahrzeug umfassen, die unter Nutzung von Schwarmprinzipien von einem Forschungsschiff oder gegebenenfalls einer Landstation betrieben werden. Das prominente Alleinstellungsmerkmal der SMIS – Flotte ist der Einsatz des Schwarmsystems über den gesamten Tiefenbereich bis 6.000 m. Dies wird durch neuartige Algorithmen zur Schwarmsteuerung und zur Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Bodenstation bzw. der Leitzentrale an Bord des Forschungsschiffes realisiert.

Sergej Neumann erklärt in seinem Vortrag, warum man die Tiefsee erkunden sollte und welche Technologien dabei angewendet werden. Außerdem zeigt er Probleme der heutigen Technik auf und gibt einen Ausblick, wie die Tiefseeerkundung in naher Zukunft aussehen könnte.

 

Fr. 7.4. / 18:00 Uhr / Vortrag: „Eine medienwissenschaftliche Perspektive: Die Visualisierung der Meerestiefen im 19. und frühen 20. Jahrhundert“

Dr. Claudia Pinkas-Thompson / Institut für Germanistik, KIT

Foto: Emil Racovitza als Taucher, 1899, Fotograf: Louis Boutan. (Public Domain)

Unser blauer Planet Erde ist zu 7/10 von Ozeanen bedeckt, dennoch wissen wir erstaunlich wenig darüber, was sich unter diesen gewaltigen Wassermassen verbirgt.  Bilder von Meerjungfrauen, Tiefseemonstern und mythischen Unterwasserstädten prägen seit Jeher die kulturellen Vorstellungen vom Lebensraum unter Wasser, doch existierte bis in das 19. und frühe 20. Jahrhundert hinein keine Möglichkeit, wissenschaftliche Bilder von den Tiefen des Meeres anzufertigen. Bis zur Erfindung der fotografischen Medien und der Entwicklung der modernen Tauchtechnik blieb die Unterwasserwelt eine visuelle terra incognita.

In dem Vortrag geht es um die technisch-apparative Erschließung und Sichtbarmachung des vormals ‚unsichtbaren‘ Lebensraums der Ozeane sowie um die Frage der Medialität und der kulturellen Überformung der wissenschaftlichen Unterwasserbilder.

 

 

Sa. 8.4. / 18:00 Uhr / Film: „arte Special: Die Eroberung der Weltmeere“

Foto: pixabay (Public Domain)

Wem gehören die Weltmeere? Über Jahrtausende hatten die Ozeane keine Besitzer, das Meer galt als gemeinsames Erbe der Menschheit. Doch einige Paragrafen im Völkerrecht haben dieses Verständnis seit den 90er Jahren dramatisch verändert: Das Staatsgebiet endet nun nicht mehr am Ufer eines Meeres, sondern geht unter Wasser weiter. Dafür werden wissenschaftliche Begründungen herangezogen: „Festlandsockel“ lautet das Zauberwort für das Neuland unter Wasser. Die Dokumentation zeigt, wie Küstenstaaten alles daran setzen, einen möglichst großen Festlandsockel nachzuweisen. Denn je größer der Sockel, desto größer das dazugehörige Meeresgebiet und die Möglichkeiten, wertvolle Rohstoffe aus dem Meeresboden zu gewinnen. Das Problem: Der Festlandsockel ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, nur Wissenschaftler können ihn bestimmen.

Die Dokumentation ist ein Beitrag von arte als Medienpartner des Wissenschaftsjahres 2016*17. Eine interaktive Scroll-Online-Dokumentation zum Film gibt es hier: http://weltmeere.arte.tv/monopoly

 

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