Vortragsprogramm für Bonn

Das Schaufenster Ozean ist von 3. bis 17. November in der Kaiserpassage in Bonn zu Gast. Am ersten Wochenende als Beitrag zum Lichtkunstfestival „Bonn Leuchtet“, in den weiteren Wochen als offizielles Rahmenprogramm zur Weltklimakonferenz COP 23. Bonn ist zugleich auch die letzte Station des Schaufenster Ozean, das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane neigt sich dem Ende zu, und mit ihm auch unser Projekt. Aber nichtsdestotrotz haben wir für Bonn nochmal ein umfangreiches und vielfältiges Rahmenprogramm auf die Beine gestellt:

 

Fr. 03.11. bis So. 05.11. / 17:00 – 23:00 Uhr / BONN LEUCHTET / Filme:

u.A. „Planet Ocean“, „Die Eroberung der Weltmeere“

Zum Lichtkunst-Festival „Bonn leuchtet“ wird die Kaiserpassage zur Meerespassage. Besucherinnen und Besucher können mit einem Dokumentarfilmprogramm von 3.bis 5. November, täglich 17 bis 23 Uhr, einen Blick in den Ozean werfen. Eine Lichtinstallation taucht weitere Fenster in ein stimmungsvolles Meeresleuchten. Am Samstag-Nachmittag wird von 15 bis 17 Uhr ein Google-Cardboard Workshop zu 360° Ozean-Videos angeboten.

 

Sa. 04.11. / 15:00-17:00 Uhr / Workshop:

360°-Ozean-Videos erkunden – Google-Cardboard VR-Brillen bauen

Zum Lichtkunst-Festival „Bonn leuchtet“ wird die Kaiserpassage zur Meerespassage. Besucherinnen und Besucher können mit einem Dokumentarfilmprogramm von 3.bis 5. November, täglich 17 bis 23 Uhr, einen Blick in den Ozean werfen. Eine Lichtinstallation taucht weitere Fenster in ein stimmungsvolles Meeresleuchten. Am Samstag-Nachmittag wird von 15 bis 17 Uhr ein Google-Cardboard Workshop zu 360° Ozean-Videos angeboten.

 

Do. 09.11. / 17:00 Uhr / Vortrag:

T. Rex der Meere – was Fischsaurier mit unserem Ökosystem zu tun haben

Prof. Dr. Martin Sander, Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie, Universität Bonn

Die frühe und mittlere Trias (vor 250 bis 230 Millionen Jahren) sind Schlüsselperioden für unser Verständnis der Organisation und Evolution von Ökosystemen, da in dieser Zeit die modernen Ökosystemstrukturen nach dem größten Massenaussterbeereignis der Erdgeschichte am Ende des Perms (vor 252 Millionen Jahren) etabliert wurden. Sekundär aquatische Reptilien, insbesondere Ichthyosaurier (Fischsaurier) und Sauropterygier (Paddelechsen) gelten als Schlüsselelement der s.g. ‘Marine Mesozoic Revolution (MMR)’,  während der die Reorganisation der marinen trophischen Netzwerke hin zu der modernen Struktur stattfand.

Während es viele Daten zu den Flachwasserhabitaten des Urmittelmeer (Tethys) gibt, ist vergleichsweise wenig über die Fauna des Tiefwasserbereichs im Pazifischen Raum bekannt. Dies stellt eine signifikante Lücke in unserem Wissen zu dieser wichtigen Phase der Wirbeltierevolution dar. Wir streben an, diese Lücke zu schließen um ein umfassendes Bild der faunistischen Unterschiede zwischen Tethys und Pazifischem Raum zu bekommen.

Wir arbeiten in der Wüste von Zentral-Nevada, eine der abgelegensten Gegenden in den USA. In unserer Geländearbeitet suchen wir bisher unerforschten fossilführenden Schichten ab.In vorherigen Geländekampagnen wurden gut erhaltene Skelete eines mittelgroßen trächtigen Fischsauriers sowie ein zweites, deutlich kompletteres Skelett von Thalattoarchon, dem ersten großem Räuber unter sekundär aquatischen Tetrapoden, entdeckt. Der erstaunlichste Fund ist der erste Riesenichthyosaurier der Erdgeschichte mit einer Schädellänge von 2 Meter!

 

Thalattoarchon
Ein „Thalattoarchon saurophagis“ (Bild: Wikimedia Commons Autor DiBgd, CC BY-SA 4.0 )

 

Fr. 10.11. / 13:00 bis 17:00 Uhr / Workshop:

Grüne Oasen in Bonn gesucht

Wissenschaftsladen Bonn

Der Klimawandel mit Wetterkapriolen wie Starkregen, Hitze und Stürmen findet nicht nur auf der anderen Seite des Globus, sondern auch bei uns vor der Haustür statt. Passend zur Weltklimakonferenz wollen wir herausfinden, wie wir uns in Bonn darauf einstellen und damit umgehen können.

Einer der einfachsten Wege ist es, mehr Natur in die Stadt zu bringen und dadurch die natürliche Funktion von Pflanzen zu nutzen. Zum Beispiel machen Bäume an Wegen und Plätzen bei zunehmender Hitze den Aufenthalt im Freien angenehm. Mit dem Ziel, Wasser zu speichern, Windböen zu mäßigen und die Innenstadt als Lebensraum attraktiv zu gestalten, sind kleine, grüne Oasen optimale Zufluchtsorte.

Aber wo gibt es in Bonn grüne Oasen, schattenspendende Alleen, geschotterte Parkplätze, wasserspeichernde Dachgärten und Fassadenbegrünung? Und wo vermissen wir diese Art von natürlicher Begrünung, obwohl Raum dafür vorhanden wäre?

Am Freitag, 10. November 2017, möchten wir ab 13.00 Uhr mit zufällig oder gezielt vorbekommenden Passantinnen und Passanten in der Bonner Innenstadt vor dem „Schaufenster Ozean“ Anregungen sammeln, um eine Stadtkarte des (Klima-) Wandels zu erstellen: Verraten Sie uns, wo es schon hervorragende Beispiele für eine klimawandelgerechte Begrünung gibt und wo Sie sie gerne hätten.

 

Mo. 13.11. / 17:00 Uhr / Vortrag:

Der Golfstrom — eine Gebirgskette im Ozean: seine Vermessung aus >> dem Weltraum

Prof. Dr. Wolf-Dieter Schuh, Universität Bonn, Institut für Geodäsie und Geoinformation

Der Golfstrom — eine Gebirgskette im Ozean: seine Vermessung aus dem Weltraum Bis zu 50% des Wärmeaustausches zwischen Äquator und den Polarregionen erfolgt über Meeresströmungen. Diese Meeresströmungen bewirken großskalige Auslenkungen der Ozeanoberfläche. Markante Strömungen wir der Goldstrom erzeugen Berge und Täler oder ganze Gebirgsketten in Bezug auf die Oberfläche des ruhenden Ozeans. In dieser Präsentation wird aufgezeigt, wie es heute durch spezielle Satellitenmissionen möglich ist, diese Berge und Täler auf dem Ozean zu vermessen.

Meeresströmungen im Schaufenster (Foto: Philipp Schrögel)

 

Mi. 15.11. / 17:00 Uhr / Vortrag:

Das Gedächtnis des Klima-Systems – Mit dem Ozean das Klima der Zukunft vorhersagen

Prof. Dr. Andreas Hense, Meteorologisches Institut Universität Bonn

In den letzten Jahren wurden weltweit Verfahrren entwickelt mit Hilfe der globalen Klimamodelle nicht nur die Klimaentwicklung des kommenden Jahrhunderts aufgrund von anthropogenen Einflüssen abzuschätzen sondern auch die zeitliche Entwicklung des Klimasystems für die kommenden 10 Jahre vorherzusagen. Dieser Ansatz basiert darauf, dass bestimmte rezente Klimaanomalien nsbesondere im Ozean typischerweise fünf bis zehn Jahre anhalten. Diese Klimaanomalien muss man mit Hilfe von Beobachtungen identifizieren, in Klimamodelle einpflegen und dann die zeitliche Entwicklung zusammen mit den etwa gleichstarken, anthropogenen Änderungen vergleichbar mit  einer Wettervorhersage prognostizieren.  Das deutsche Vorhersagesystem (MiKliP Mittelfristge Klimaprognosen) wird kurz vorgestellt.

 

Mi. 15.11. / 17:30 Uhr / Vortrag:

Die Metapher „Mittelmeer als Friedhof“

Frau Prof. Dr. Daniela Pirazzini, Sara Colombo M.A., Universität Bonn, Abteilung für Romanistik

In der Presse und in offiziellen Reden wird im Umgang mit dem Schicksal in Seenot geratener Flüchtlinge das Mittelmeer häufig als Friedhof oder Massengrab bezeichnet. Untersucht werden der literarische Ursprung dieser Metapher und die ihr zugrunde liegenden kognitiven Strukturen – die unsere Verwendung der Sprache wesentlich beeinflussen. Der Wandel der Meeresmetaphorik rund um die aktuellen Flüchtlingskrisen wird anhand von sprachlichen Beispielen aus dem Italienischen illustriert.

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